Inhalt:



Geschichte der Judo-Abteilung
Dan-Träger FA Göppingen
Die ganze Welt des JUDO - die wichtigsten Links
1. Die Entwicklung des Judo   (siehe auch JUDO bei Wikipedia)
   1.1. Ursprünge
   1.2 Judo im modernen Japan
   1.3. Der Weg in den Westen
2. Judo Praxis
   2.1. Ausbildung
   2.2. Neue Gürtelprüfungsordnung
   2.3. Wettkampf

Jūdō

Judo (jap. jūdō, wörtlich sanfter Weg)
ist eine japanische Kampfsportart

Motto: "Siegen durch Nachgeben"

Begründer: Prof. Jigoro Kano




Judo/Jiu-Jitsu Vorläuferformen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für den Wettkampf angepasst.
Es wurden alle tödlichen Techniken entfernt, um aus einer reinen Selbstverteidigungskunst ein Training für Körper und Geist zu machen.
Die verbliebenen Techniken sind hauptsächlich Würfe, Haltetechniken, Hebel und Würger.


Prof. J. Kano stellt  die gesamte Judoausbildung unter zwei Prinzipien:
SEI - RYOKU - ZEN - YO.."Best use of energy"

JI - TA - KYO - EI "Mutual aid leads to mutual benefit"
Bester Einsatz von Geist und Körper

Durch gegenseitiges Helfen zum beiderseitigen Wohlergehen!



1.1.1 Technisches Prinzip „Sei – Ryoku – Zen – Yo“

  • Bester Einsatz von Geist und Körper.
  • Ausnutzen der Bewegung des Gegners und des eigenen Schwungs.
  • Anwenden der Hebelgesetze.
  • Brechen des gegnerischen Gleichgewichts.
  • Das eigene Gewicht mehr einsetzen als die eigene Kraft.
  • Den Gegner studieren und Schwachpunkte ausnutzen.


  • 1.1.2 Moralisches Prinzip „Ji – Ta – Kyo – Ei“

  • Gegenseitiges Helfen zum beiderseitigen Wohlergehen.
  • Höflichkeit dem Partner gegenüber.
  • Harmonie und Zusammenarbeit mit dem Gegner, der zum Partner wird.
  • Auf der Matte kann man die Anwendung dieses Prinzips unter anderem daran erkennen, dass Tori die Kontrolle über die Fallübung Ukes ausübt.
  • Uke bei Würge- oder Hebeltechniken rechtzeitig abschlägt und Tori die Technik daraufhin sofort beendet.
  • Alle Übenden miteinander trainieren und kein Partner zum üben abgelehnt wird.
  • Beim Üben von Judotechniken und beim Randori Rücksicht auf Alter, Geschlecht, körperliche und technische Entwicklung des Partners genommen wird und wechselseitige Erfolgserlebnisse ermöglicht werden.
  • Jeder Übende bereit ist, für sein Handeln und für die Gruppe Verantwortung zu übernehmen.





  • Die Entwicklung des Judo

    Ursprünge

    Die Ursprünge der japanischen Selbstverteidigungskünste liegen im Dunkel der Geschichte. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden sie zwischen dem achten und zehnten Jahrhundert von chinesischen Mönchen nach Japan gebracht. Die Japaner kultivierten diese dann zu einer echten Kunst. An den Höfen der Daimyos, der Fürsten, wurden diese Verteidigungs- oder Kampftechniken, sowohl mit, als auch ohne Waffe, von den Samurai, der Kriegerkaste, geübt. Die Samurai lebten nach ihrem Ehrenkodex, dem "Bushido". Treue, grenzenlose Ergebenheit gegenüber ihrem Herren, unbedingte Pflichterfüllung, die Einhaltung eines gegebenen Wortes, absolute Verschwiegenheit, Tapferkeit und Todesverachtung, das waren die Grundsätze des Bushido. Es war von der konfuzianischen Lehre und dem Zen-Buddhismus stark beeinflusst. Die Zeit der Samurai endete Mitte des 19. Jahrhunderts (mit der Meiji-Restauration 1868). Das, fast 700 Jahre dauernde, Shogunat wurde abgeschafft und der Kaiser übernahm wieder die Macht im Lande. Die Samurai mussten ihre Waffen ablegen. Die Wirksamkeit der alten Waffen (Schwerter, Spieße, Bogen usw.) war ohnehin durch die Entwicklung der Feuerwaffen (Gewehre, Pistolen) nicht mehr gegeben. 

    Judo im modernen Japan

    Es begann das moderne Japan. Die waffenlose Selbstverteidigung geriet fast in Vergessenheit. Am Hofe des japanischen Kaisers unterrichtete gegen Ende des 19. Jahrhunderts der deutsche Medizinalrat Erich Bälz. Ihm fiel die schwache Konstitution seiner Studenten auf und er empfahl ihnen, zur Stärkung die alten Samuraitechniken zu üben (diese Geschichte, wonach Bälz letztlich der Auslöser für das Üben der Samuraitechniken war, wird oft erzählt, ist jedoch nicht bewiesen).
    Einer seiner Schüler, der junge Jigoro Kano, übte bei verschiedenen der letzten Meister der fast vergessenen Kampfkünste. Aus den dort erlernten Techniken entwickelte er das moderne Judo, indem er die alten Kriegskünste von ihren brutalen und gefährlichen Elementen befreite. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken wurden ersatzlos gestrichen. Die verbleibenden Techniken ermöglichten nun einen sportlichen Zweikampf, ohne dass Verletzungen zu befürchten waren. Diesen neuen Sport nannte er "Judo". Zu deutsch: "Sanfter" oder "weicher Weg". Er gründete eine eigene Schule, den "Kodokan" (heute in Tokio), wo er seinen neuen Sport lehrte. (Kodokan heißt: "Ort zum Studium des Weges"). Auch heute noch ist der Kodokan das "Mekka" des Judo.

    Der Weg in den Westen

    1906 kamen japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch nach Kiel. Die Gäste führten dem deutschen Kaiser ihre Nahkampfkünste vor. Wilhelm II war begeistert, und er ließ seine Kadetten in der neuen Kunst unterrichten. Der damals bedeutendste deutsche Schüler war der Berliner Erich Rahn. Noch im gleichen Jahr gründete er die erste Schule für asiatische Kampfkünste in Deutschland. Damals nannte man diese Techniken noch "Jiu-Jitsu". 1922, nach Ende des 1. Weltkrieges, fanden die ersten Meisterschaften statt, bei denen Erich Rahn Sieger blieb. Es dauerte jedoch noch recht lange, bis die Sportler, in den eigentümlichen weißen Kitteln, endgültig anerkannt wurden. 1934 wurden die ersten Europameisterschaften in Dresden ausgerichtet. Durch den zweiten Weltkrieg wurde die Entwicklung dann leider unterbrochen. Bis 1948 war der Judosport durch die Alliierten verboten. 1953 wurde der Deutsche Judobund gegründet und 1956 vom deutschen Sportbund anerkannt. Bei den Olympischen Spielen in Tokio, 1964, war erstmals Judo als olympischer Sport zu sehen. Bei der Judo-Weltmeisterschaft 1979 in Paris errang Detlef Ultsch als Mitglied der DDR-Nationalmannschaft den ersten Judo-Weltmeistertitel für Deutschland. Heute wird Judo in über 150 Ländern, sowohl von Frauen, als auch von Männern ausgeübt.
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    Judo Praxis

    Ausbildung

    Die Judokas tragen eine knöchellange weiße Baumwollhose und darüber eine halblange weiße Jacke (Judo-Gi) aus Baumwolle die durch einen farbigen Gürtel (Obi) zusammen gehalten wird. An der Gürtelfarbe kann man den Ausbildungsstand des Judoka erkennen. Jeder Anfänger beginnt mit einem weißen Gürtel. Nach entsprechender Trainingszeit kann er eine Prüfung vor einer Prüfungskommision ablegen. Für die erste Prüfung muss der Anfänger zumindest 3 Würfe, Falltechniken und verschiedene Kombinationen im Boden zeigen. Der Prüfling demonstriert die Techniken mit dem Partner. Nach abgelegter Prüfung erhält der Anfänger das Recht und die Pflicht den entsprechenden Gürtel zu tragen.

    Die Gürtelfarben:

    Schülergürtel (Kyu)
    • weiß (9. Kyu)
    • weiß/gelb (8. Kyu)
    • gelb (7. Kyu)
    • gelb/orange (6. Kyu)
    • orange (5. Kyu)
    • orange/grün (4.Kyu)
    • grün (3.Kyu)
    • blau (2.Kyu)
    • braun (1.Kyu)

    Meistergürtel (Dan)

    • schwarz für den 1. bis 5. Dan
    • Großmeistergürtel (Dan)
    • rot-weiß für den 6. bis 8. Dan

    • rot für den 9. und 10. Dan
    • Ideelle Gürtel
    • weiß für den
    • 11. und 12. Dan, aber doppelt so breit wie bei den Schülern


    Gürtel oberhalb des 5. Dan können nicht durch Ablegen einer Prüfung erreicht werden. Sie werden ausschließlich verliehen. Eine höhere Graduierung als zum 10. Dan ist weltweit nicht möglich! Lediglich Professor Jigoro Kano, dem Begründer des Judo, hat man nach seinem Tode den 11. Dan verliehen. Der 12. Dan ist für Menschen nicht erreichbar. Der Geist, die Idee des Judo soll den 12. Dan tragen. Der weiße Gürtel des 11. und 12. Dan weist darauf hin, dass auch der größte Meister immer noch "nur" ein Schüler ist.
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